5.1 Annelida - Lumbricus terrestris

Lumbricus terrestris

Metazoa
Eumetazoa
    Articulata
        Annelida
            Clitellata
                Oligochaeta
                    Lumbricida
                        Lumbricus terrestris

Äußere Merkmale

Untersuchen Sie die Lage von Prostomium, Mund, Pygidium, After.

-    Prostomium (= Kopflappen):
•    nimmt Vorderende Körper ein – vorderste Körperabschnitt
•    kein Segment
•    durchsetzt dorsal das erste Segment
-    Mund:
•    ventral
•    Am Hinterende Kopflappen
•    Mund mit Vorsprung (Lappen, Lippe) ? Ergreifen
-    Pygidium:
•    Hinterende – hinterste Körperabschnitt
•    kein Segment
-    After:
•    im Pygidium
•    senkrecht verlaufend

Ist ein Clittelum entwickelt?

-    Februar bis August
-    geschlechtreife Tiere
-    heller gefärbte Verdickung im vorderer Körperabschnitt
-    umfasst Rücken und Flanken der Segmente 32 bis 37

Wo liegen: männliche Genitalöffnungen, Samenrinnen, weibliche Genitalöffnungen, Öffnungen des Receptacula seminis?

-    = Zwitter
-    männliche Genitalöffnungen:
•    seitlich an der Bauchfläche
•    15. Segment
•    lateral der ventralen Borsten
•    von lippenförmigen Querwülsten eingefasst
-    Samenrinnen:
•    Außenrand der Lippen nach hinten bis zum Clittelum
•    Funktion: Transport des Spermas
-    weibliche Genitalöffnungen:
•    seitlich an der Bauchfläche
•    14. Segment
•    lateral der ventralen Borsten
•    sehr fein, schwer erkennbar
-    Öffnungen des Receptacula seminis (Spermatheca):
•    während der Fortpflanzungszeit
•    in den beiden das 10. Segment begrenzenden Furchen
•    kugelige Einstülpungen, feine Öffnungen, nicht immer wahrnehmbar

Wie viele Borsten kommen pro Segment vor?

-    8
-    jederseits zu einem ventralen und einem lateralen Paar
-    aus Proteinen und Chitinfibrillen – in epidermaler Einstülpung (Borstensäckchen) von einer Borstenzelle erzeugt

Darmkanal

Pharynx: Beachten Sie die radial ansetzende Muskulatur und die kolbenförmigen Drüsenzellen! Welche Bedeutung haben diese Merkmale?

-    Drüsenzellen:
•    Wand Pharynx
•    Büschel
•    Sekret = reich an Schleim ? Erleichterung des Schlingaktes
    + Amylase, Proteasen ? Enzyme zur Verdauung

-    Muskelfaserzüge:
•    zahlreich, ziehen vom Pharynx zur Körperwand
•    vorderen: kurz, seitlich gerichtet; hinteren: zunehmend länger, ziehen schräg nach hinten (durchsetzen mehrere Dissepimente)
•    Kontraktion ? Pharynx wird erweitert und nach hinten gezogen

Welche Position hat das Gehirn und welche Nerven gehen von ihm aus?

-    Vorderrand Pharynx
-    weiße Farbe
-    paarig
-    Cerebralganglion

             
Oesophagus: Sondieren Sie die Lage der Kalkdrüsen! (Samenblase zur Seite biegen!)

-    O.: 7.- 13. Segment
-    10.- 12., O. mit Längsfalten ? beiderseits 3 Paar weiße, reich durchblutete Kalksäckchen – beiden hinteren scheiden Calciumcarbonat aus, Vorderen = Reservoir

Worin liegt vermutlich die Bedeutung dieser Drüsen?

-    Kalk gelangt in den Darm und wird mit Kot ausgeschieden
-    Einregulierung eines bestimmten pH-Wertes im Blut und in der Coalomflüssigkeit (Kontrolle Calcium- und  -Spiegel)

Welche Abschnitte sind Kropf und Muskelmagen? Erläutern Sie deren funktionelle Einheit!

-    Kropf:
•    gleich nach Oesophagus
•    rundlich
•    Funktion: Ansammlung von Nahrung wird von da aus weitergeleitet
-    Muskelmagen:
•    unmittelbar nach Kropf
•    kräftige Muskulatur, starke Cuticula
•    Zerreiben der Nahrung m.H. von aufgenommenen Sandkörnern

Mitteldarm: Beachten Sie die Chloragozellen! (Stereomikroskop)

-    Mitteldarm:
•    Anfangsteil = breiter als Magen
•    läuft geradlinig
•    segmental eingeschnürrt
•    von gelbbrauner Masse bedeckt, v.a. im Rückengefäß angehäuft
-    Chloragozellen:
•    keulenförmige, zellige Anhänge
•    = stark vergrößerte und umgewandelte Zellen des visceralen Coelomepithels
•    Speicherung von Fetten, Synthese Glykogen, Proteinabbau, Bildung Harnsäure und Harnstoff
•    beteiligt am Eisenstoffwechsel
•    enthält Ferrit und Hämoglobin

Erläutern Sie die Hauptfunktion des Mitteldarmes! Was verstehen Sie unter Typhlosolis?

-    Hauptfunktion:
•    Sezernieren
•    Resorbieren   
-    Typhlosis:
•    Exkretionsorgan
•    ragt als Längsfalte in das Lumen des Mitteldarmes hinein, fehlt im hinteren Teil
•    von Gefäßen durchzogen, mit Chloragozellen erfüllt
•    ? Vergrößerung Darmfläche
•    Bildung Sekundärharn

Gefäße

Rückengefäß: In welche Richtung fließt das Blut?

-    stark
-    liegt dorsal dem Darm auf
-    kontraktil
-    ? Blut fließt nach vorn

Wo liegen 5 Paar Lateralherzen?

-    7.- 11. Segment
-    = Gefäßschlingen, gehen beiderseits vom Rückengefäß aus – münden, den Oesophagus umfassend, in das ventral vom Darm verlaufende Bauchgefäß – kontraktile Seitengefäße
-    muskelzellreich, im Innern mit Ventilklappen

Suchen Sie die segmentalen Dorsointestinalgefäße! Welche Funktion im Kreislauf haben sie?

-    beiden hinteren Schlingen, deutlich sichtbar
-    leiten das Blut aus dem Kapillarnetz der Darmwand ab

Warum ist das Gefäßsystem der Darmwand nicht sichtbar?

-    liegt zwischen den Muskulaturen

Welche Längsgefäße verlaufen ventral? (Jetzt nicht zu sehen!)

-    subneutrales Gefäß
-    subintestinales Gefäß (Bauchgefäß)

Wie wird die Körperwand mit Blut versorgt?

-    Rückengefäß (dorsales Hauptgefäß), Blut von hinten nach vorne + 2 ventrale Gefäße, Blut von hinten nach vorne
-    Rückengefäß mit den beiden ventralen in jedem Segment durch zwei Gefäßbogen verbunden
•    splanchische Bogen
•    somatischer Bogen
-    2. Gefäßbogen breitet sich mit seinen kapillaren Verzweigungen v.a. in d. Körperwand aus
-    Übernehmen Funktion der Hautatmung

Genitalorgane

Unterscheiden Sie: 3 Paar Samenblasen, 2 Paar Receptacula seminis.

-    Samenblasen:
•    groß
•    gelblich-weiß
•    sackförmige Ausstülpungen der Dissepimente
•    9.- 13. Segment
•    umgreifen dorsal Oesophagus (bei starker Entwicklung)
-    Receptacula seminis:
•    weiblicher Geshlechtsapparat
•    Einstülpungen des Integuments
•    zur Leibeshöhle hin geschlossen
•    weiße, kugelrunde Körper
•    lateral im 9. und 10. Segment
•    Speicherung Samen

Wenn man die zentralen Teile der Samenblasen, die Samenkapseln im 10. und 11. Segment, dorsal öffnet, kann man 2 Paar Hoden und die Öffnungen der Samenleiter finden (schwierig!).

-    Samenkapseln: Coelomräume, die völlig von den segmentalen Coelomkammern „abgekapselt“ sind
-    Hoden:
•    1 im 10., 1 im 11. Segment
-    Samentrichter:
•    groß, flimmernd
•    grell-weiß
•    Aussehen wie Faltenfilter
•    setzen sich nach außen in den Samenleiter fort

Verfolgen Sie den Verlauf der Samenleiter!

-    durchbricht Hinterwand der Samenkapsel ? erst schräg ? dann geradlinig nach hinten
-    beide Samenleiter vereinigen sich zu einem Kanal, der im 15. Segment den Hautmuskelschlauch durchsetzt

Samenblaseninhalt kann man mikroskopisch untersuchen: Spermatogenesestadien (beachten Sie: Sporocysten von Monocystis).


Sind Ovarien entwickelt?

-    ja
-    1 Paar
-    13. rechts und links neben dem Bauchmark der Basis des Dissepiments 12/ 13 angeheftet
-    sehr klein
-    wie Zipfelmützen
-    opak-weißlich

Wo verlaufen Eileiter?

-    münden im 14. Segment aus
-    zwei
-    kurz
-    schräg nach hinten und außen gerichtet
-    beginnen mit einem Flimmertrichter (Öffnung nach vorn gerichtet flach im Dissepiment 13/ 14)

Wie werden die Eier befruchtet?

-    Bildung Sekretgürtel um Region Clitellum ? Weiterleitung durch peristaltische Bewegungen des Haumuskelschlauches, bei Passage Geschlechtsöffnungen Ablage der Eier ? allmählich rausziehen aus dem Gürtel ? Passieren Receptacula seminis ? Sperma zu Eiern
-    Gürtel ganz abgestreift ? vorne und hinten Verschluß ? Bildung Kokon (enthält Eier, Sperma, eiweißreiche Flüssigkeit)
-    Lumbriccus Ablage von je 1 Ei

Metanephridien

Suchen Sie die Metanephridien!

M: Vorkommen bei Individuen, wenn Exkretionskanäle über einen Flimmertrichter in der Leibeshöhle enden, nur bei Coelomaten

-    in jeder Coelomkammer, fehlen nur in den ersten drei und den letzten Segmenten
-    rechts und links vom Darm
-    opake, in Querschlingen liegende Kanälchen
-    vom Peritonium überzogen
-    durch eine Peritonealfalte an der vorderen Dissepimentwand befestigt
-    = Segmentalorgane

Wo liegt das Nephrostom?

-    = Wimperntrichter
-    Beginn Nephridium, aber 1 Segment vor dazugehörigen Exkretionskanälchen
-    sehr klein und flach
-    Darm und ventraler Leibeshöhlenbegrenzung
-    münden in das Coelom

Beachten Sie die Gefäßversorgung des Nephridialkanals! Welche Bedeutung hat dies?

-    starke Gefäßbildung - Blutversorgung
-    Abscheidung von Endprodukten des Proteinstoffwechsels (NH3)
-    Osmoseregulation
-    Rückresorption von verwertbaren organischen Verbindungen und von Wasser
? Bildung Sekundärharn

Nach welchen Funktionsprinzipien arbeiten Metanephridien und was scheiden sie aus?

-    Filtrations-Resorptions-Niere
-    Funktion: Primärharnbildung
•    Flüssigkeit durch Ultrafiltration in Coelom
•    Treibende Kraft = hydrostatischer Druck des Blutgefäß an der Coelomwand
•    Entzug der Salze durch aktiven Transport im Nephridialkanal

Metanephridien kann man herauspräparieren und mikroskopieren (Nematoden als Parasiten im Kanal).


Bauchmark

-    Teil des Nervensystems
 
Beachten Sie die paarigen gangliösen Anschwellungen pro Segment! Welche Bedeutung haben diese Abschnitte?

-    Ausgangspunkt für die 3 Nervenäste, die dann weiter verzweigen
-    die von den Sinneszellen eines Segments einlaufenden Erregungen auf die Motoneuronen desselben Segments werden geschaltet ? Reaktionsapparat (mit Sinneszellen und Muskeln)
 
Gibt es segmentale Seitennerven? Erläutern Sie deren Funktion!

-    ja
-    querverlaufende Nerven (Commissuren)
-    paarigen Ganglien werden durch sie verbunden

Welche Position hat das Gehirn und welche Nerven gehen von ihm aus?

-    Cerebralganglion:
•    dorsal
•    3. Segment
•    paarig
-    nach vorn: 2 starke Nervenpaare ? Versorgung Sinnesorgane Prostomiums

Epidermis

Welche Zellarten sind unterscheidbar?

-    einschichtig

-    prismatische, schmale Zellen
-    Drüsenzellen – mit Eosin gefärbt ? blau, rot
-    Sinneszellen (schwer erkennbar)
-    Borstenbildende Zellen

Welche Bedeutung haben Hautdrüsensekrete?

-    Zelle: bauchige Form (blau gefärbte Zellen)
-    schleimiges Sekret = Schreckstoff
-    enthält Amylase und Proteasen ? Verdauung von Kohelnhydraten und Eiweißen

-    Drüsenzellen: eiweißreiche Sekrete (rot gefärbte Zellen) = Kokonwandbildung (Eier), Nährflüssigkeit in den Kokons, Wohnröhren

Sind Cuticula und Basalmebran vorhanden? Woraus bestehen sie?

-    feine Basalmembran
•    unterhalb der Epidermis
-    Cuticula:
•    überzieht Epidermis
•    von Epidermis ausgeschieden
•    irisierend
•    kollagenhaltig

Ist die Epidermis ein mehrschichtiges Epithel?

-    einschichtiges Epithel

Hautmuskelschlauch

Liegt die Ringmuskulatur außen oder innen?

-    äußere Schicht
-    einzeln in ein lockeres Bindegewebe eingelassen
-    Kerne gut erkennbar

Suchen Sie nach kapillaren Blutgefäßen in der Ringmuskulatur! Welche Bedeutung hat die intensive Blutversorgung dieser Schicht?

-    Atmung durch die Haut ? Aufnahme der Atemluft in das Blutgefäßsystem ? O2 bindet sich an Hämoglobin
-    je besser Durchblutung, desto mehr Sauerstoff kann aufgenommen werden
-    kapillare Gefäße in der Körperwand

Die Längsmuskelzellen sind radial angeordnet an der Innenseite von schmalen, aus Bindegewebe bestehenden Fächern. Welche Form haben die Zellen und wo liegen Kern und Myofibrillen?

-    innerhalb schmaler, durch zarte Bindegewebssepten getrennte Fächer
-    zweireihig angeordnet
-    schrägegestreifte Muskultur

Welche Schicht überzieht die Innenseite der Längsmuskulatur?

-    Coelothel
-    flaches Epithel, gut erkennbar
-    umhüllt auch die in der Leibeshöhle liegenden Organe

Bauchmark

Unterscheiden Sie: Neuropilem, Ganglienzellen, Kolossalfasern!

-    Neuropilem:
•    faseriges Geflecht
•    feine Axonverzweigungen und Dentriten (synaptische Verschlaltungen)
-    Ganglienzellen:
•    in jedem Segment 1 Paar
•    = Nervenknoten
-    Kolossalfasern:
•    „Riesenfasern“
•    Vergrößerung einiger Axone oder Verschmelzung einiger Axone
•    in der Längsachse

Kommen Kolossalfasern auch im Neuropilem vor?


Welche allgemeine Bedeutung haben Kolossalfasern?

-    Leitung der Erregung, die für den Zuckreflex verantwortlich ist
-    Leitungsgeschwindigkeit viel höher als in Axonen

Sind segmentale Nerven zu sehen? Welche Organe innervieren sie?


Beachten Sie: Das Bauchmark wird umgeben von Gefäßen, Muskelschicht, Coelomepithel.


Mitteldarm

Im dorsalen Epithel (Typhlosolisbereich) sollen Resorptions- und Drüsenzellen vorkommen, im ventralen nur Resorptionszellen. Stimmt das?


Was bildet die luminale Begrenzung des Epithels?

-    luminal = Leuchtend
-    Cuticula liegt außen, ist meist irisierend (= Regenbogenfarben schimmernd)

Bringen Sie in die richtige Reihenfolge (von innen nach außen): Darmblutsinus, Darmepithel, Ringmuskulatur, Chloragoggewebe, Längsmuskulatur, Basalmembran!

Darmepithel – Darmblutsinus – Ringmuskulatur – Längsmuskulatur – Chloragoggewebe – Basalmembran
S. 183

Fehlen Coelomzellen auf der Darmwand?

-    Coelomepithel umzieht außen den Darm
-    zu Chloragoggewebe umgebildet

Welche Bedeutung haben Chloragozellen?

-    Speicherung von Fetten
-    Synthese Glykogen
-    Proteinabbau
-    Bildung von Harnsäure und Harnstoff
-    beteiligt am Eisenstoffwechsel
-    enthält Ferrit und Hämoglobin
? „Leber“

Gefäße

Wo liegen: Rücken-, Bauch-, Subneuralgefäß?

-    Bauchgefäß:
•    ventral in der Leibeshöhle
•    unterhalb des Darm
•    verläuft längs im Körper
-    Rückengefäß:
•    dorsal in der Leibeshöhle
•    über dem Darm gelegen
•    verläuft längs im Körper, schließt an das Herz an
-    Subneuralgefäß:
•    unter dem Bauchmark
•    verläuft längs im Körper

Welche Organe versorgen diese Gefäße und welche Richtung hat der Blutstrom in ihnen?

-    Bauchgefäß:
•    Blutstrom: von vorne nach hinten
•    Organe:
-    Rückengefäß:
•    Blutstrom: von hinten nach vorn
•    Organe:
-    Subneuralgefäß:
•    Blutstrom: von vorne nach hinten
•    Organe: Hautmuskelschlauch, Nephridien, Gonaden
-    Organe; versorgen LaterLherzen, Oesophagus, Darm

Enthält das Blut respiratorischen Farbstoff?

-    ja

-    Haemoglobin
-    Chlorocruorin („Grünes Blut“)
-    Haemerythrin

Haben die Gefäße ein Endothel?


Metanephridien

Kommen Anschnitte durch den Nephridialkanal (evtl. durch das Nephrostom) vor?

-    Kanäle die vom Nephridium durchbrechen das Dissipiment

Umhüllt werden die Kanäle von: Muskelzellen, Mantelzellen, Gefäßen, Coelomzellen (gelegentlich parasitische Nematoden im Kanalepithel).

Metazoa
Eumetazoa
    Articulata
        Annelida
            Clitellata
                Oligochaeta
                    Lumbricida
                        Lumbricus terrestris

Äußere Merkmale

Untersuchen Sie die Lage von Prostomium, Mund, Pygidium, After.

-    Prostomium (= Kopflappen):
•    nimmt Vorderende Körper ein – vorderste Körperabschnitt
•    kein Segment
•    durchsetzt dorsal das erste Segment
-    Mund:
•    ventral
•    Am Hinterende Kopflappen
•    Mund mit Vorsprung (Lappen, Lippe) ? Ergreifen
-    Pygidium:
•    Hinterende – hinterste Körperabschnitt
•    kein Segment
-    After:
•    im Pygidium
•    senkrecht verlaufend

Ist ein Clittelum entwickelt?

-    Februar bis August
-    geschlechtreife Tiere
-    heller gefärbte Verdickung im vorderer Körperabschnitt
-    umfasst Rücken und Flanken der Segmente 32 bis 37

Wo liegen: männliche Genitalöffnungen, Samenrinnen, weibliche Genitalöffnungen, Öffnungen des Receptacula seminis?

-    = Zwitter
-    männliche Genitalöffnungen:
•    seitlich an der Bauchfläche
•    15. Segment
•    lateral der ventralen Borsten
•    von lippenförmigen Querwülsten eingefasst
-    Samenrinnen:
•    Außenrand der Lippen nach hinten bis zum Clittelum
•    Funktion: Transport des Spermas
-    weibliche Genitalöffnungen:
•    seitlich an der Bauchfläche
•    14. Segment
•    lateral der ventralen Borsten
•    sehr fein, schwer erkennbar
-    Öffnungen des Receptacula seminis (Spermatheca):
•    während der Fortpflanzungszeit
•    in den beiden das 10. Segment begrenzenden Furchen
•    kugelige Einstülpungen, feine Öffnungen, nicht immer wahrnehmbar

Wie viele Borsten kommen pro Segment vor?

-    8
-    jederseits zu einem ventralen und einem lateralen Paar
-    aus Proteinen und Chitinfibrillen – in epidermaler Einstülpung (Borstensäckchen) von einer Borstenzelle erzeugt

Darmkanal

Pharynx: Beachten Sie die radial ansetzende Muskulatur und die kolbenförmigen Drüsenzellen! Welche Bedeutung haben diese Merkmale?

-    Drüsenzellen:
•    Wand Pharynx
•    Büschel
•    Sekret = reich an Schleim ? Erleichterung des Schlingaktes
    + Amylase, Proteasen ? Enzyme zur Verdauung

-    Muskelfaserzüge:
•    zahlreich, ziehen vom Pharynx zur Körperwand
•    vorderen: kurz, seitlich gerichtet; hinteren: zunehmend länger, ziehen schräg nach hinten (durchsetzen mehrere Dissepimente)
•    Kontraktion ? Pharynx wird erweitert und nach hinten gezogen

Welche Position hat das Gehirn und welche Nerven gehen von ihm aus?

-    Vorderrand Pharynx
-    weiße Farbe
-    paarig
-    Cerebralganglion

             
Oesophagus: Sondieren Sie die Lage der Kalkdrüsen! (Samenblase zur Seite biegen!)

-    O.: 7.- 13. Segment
-    10.- 12., O. mit Längsfalten ? beiderseits 3 Paar weiße, reich durchblutete Kalksäckchen – beiden hinteren scheiden Calciumcarbonat aus, Vorderen = Reservoir

Worin liegt vermutlich die Bedeutung dieser Drüsen?

-    Kalk gelangt in den Darm und wird mit Kot ausgeschieden
-    Einregulierung eines bestimmten pH-Wertes im Blut und in der Coalomflüssigkeit (Kontrolle Calcium- und  -Spiegel)

Welche Abschnitte sind Kropf und Muskelmagen? Erläutern Sie deren funktionelle Einheit!

-    Kropf:
•    gleich nach Oesophagus
•    rundlich
•    Funktion: Ansammlung von Nahrung wird von da aus weitergeleitet
-    Muskelmagen:
•    unmittelbar nach Kropf
•    kräftige Muskulatur, starke Cuticula
•    Zerreiben der Nahrung m.H. von aufgenommenen Sandkörnern

Mitteldarm: Beachten Sie die Chloragozellen! (Stereomikroskop)

-    Mitteldarm:
•    Anfangsteil = breiter als Magen
•    läuft geradlinig
•    segmental eingeschnürrt
•    von gelbbrauner Masse bedeckt, v.a. im Rückengefäß angehäuft
-    Chloragozellen:
•    keulenförmige, zellige Anhänge
•    = stark vergrößerte und umgewandelte Zellen des visceralen Coelomepithels
•    Speicherung von Fetten, Synthese Glykogen, Proteinabbau, Bildung Harnsäure und Harnstoff
•    beteiligt am Eisenstoffwechsel
•    enthält Ferrit und Hämoglobin

Erläutern Sie die Hauptfunktion des Mitteldarmes! Was verstehen Sie unter Typhlosolis?

-    Hauptfunktion:
•    Sezernieren
•    Resorbieren   
-    Typhlosis:
•    Exkretionsorgan
•    ragt als Längsfalte in das Lumen des Mitteldarmes hinein, fehlt im hinteren Teil
•    von Gefäßen durchzogen, mit Chloragozellen erfüllt
•    ? Vergrößerung Darmfläche
•    Bildung Sekundärharn

Gefäße

Rückengefäß: In welche Richtung fließt das Blut?

-    stark
-    liegt dorsal dem Darm auf
-    kontraktil
-    ? Blut fließt nach vorn

Wo liegen 5 Paar Lateralherzen?

-    7.- 11. Segment
-    = Gefäßschlingen, gehen beiderseits vom Rückengefäß aus – münden, den Oesophagus umfassend, in das ventral vom Darm verlaufende Bauchgefäß – kontraktile Seitengefäße
-    muskelzellreich, im Innern mit Ventilklappen

Suchen Sie die segmentalen Dorsointestinalgefäße! Welche Funktion im Kreislauf haben sie?

-    beiden hinteren Schlingen, deutlich sichtbar
-    leiten das Blut aus dem Kapillarnetz der Darmwand ab

Warum ist das Gefäßsystem der Darmwand nicht sichtbar?

-    liegt zwischen den Muskulaturen

Welche Längsgefäße verlaufen ventral? (Jetzt nicht zu sehen!)

-    subneutrales Gefäß
-    subintestinales Gefäß (Bauchgefäß)

Wie wird die Körperwand mit Blut versorgt?

-    Rückengefäß (dorsales Hauptgefäß), Blut von hinten nach vorne + 2 ventrale Gefäße, Blut von hinten nach vorne
-    Rückengefäß mit den beiden ventralen in jedem Segment durch zwei Gefäßbogen verbunden
•    splanchische Bogen
•    somatischer Bogen
-    2. Gefäßbogen breitet sich mit seinen kapillaren Verzweigungen v.a. in d. Körperwand aus
-    Übernehmen Funktion der Hautatmung

Genitalorgane

Unterscheiden Sie: 3 Paar Samenblasen, 2 Paar Receptacula seminis.

-    Samenblasen:
•    groß
•    gelblich-weiß
•    sackförmige Ausstülpungen der Dissepimente
•    9.- 13. Segment
•    umgreifen dorsal Oesophagus (bei starker Entwicklung)
-    Receptacula seminis:
•    weiblicher Geshlechtsapparat
•    Einstülpungen des Integuments
•    zur Leibeshöhle hin geschlossen
•    weiße, kugelrunde Körper
•    lateral im 9. und 10. Segment
•    Speicherung Samen

Wenn man die zentralen Teile der Samenblasen, die Samenkapseln im 10. und 11. Segment, dorsal öffnet, kann man 2 Paar Hoden und die Öffnungen der Samenleiter finden (schwierig!).

-    Samenkapseln: Coelomräume, die völlig von den segmentalen Coelomkammern „abgekapselt“ sind
-    Hoden:
•    1 im 10., 1 im 11. Segment
-    Samentrichter:
•    groß, flimmernd
•    grell-weiß
•    Aussehen wie Faltenfilter
•    setzen sich nach außen in den Samenleiter fort

Verfolgen Sie den Verlauf der Samenleiter!

-    durchbricht Hinterwand der Samenkapsel ? erst schräg ? dann geradlinig nach hinten
-    beide Samenleiter vereinigen sich zu einem Kanal, der im 15. Segment den Hautmuskelschlauch durchsetzt

Samenblaseninhalt kann man mikroskopisch untersuchen: Spermatogenesestadien (beachten Sie: Sporocysten von Monocystis).


Sind Ovarien entwickelt?

-    ja
-    1 Paar
-    13. rechts und links neben dem Bauchmark der Basis des Dissepiments 12/ 13 angeheftet
-    sehr klein
-    wie Zipfelmützen
-    opak-weißlich

Wo verlaufen Eileiter?

-    münden im 14. Segment aus
-    zwei
-    kurz
-    schräg nach hinten und außen gerichtet
-    beginnen mit einem Flimmertrichter (Öffnung nach vorn gerichtet flach im Dissepiment 13/ 14)

Wie werden die Eier befruchtet?

-    Bildung Sekretgürtel um Region Clitellum ? Weiterleitung durch peristaltische Bewegungen des Haumuskelschlauches, bei Passage Geschlechtsöffnungen Ablage der Eier ? allmählich rausziehen aus dem Gürtel ? Passieren Receptacula seminis ? Sperma zu Eiern
-    Gürtel ganz abgestreift ? vorne und hinten Verschluß ? Bildung Kokon (enthält Eier, Sperma, eiweißreiche Flüssigkeit)
-    Lumbriccus Ablage von je 1 Ei

Metanephridien

Suchen Sie die Metanephridien!

M: Vorkommen bei Individuen, wenn Exkretionskanäle über einen Flimmertrichter in der Leibeshöhle enden, nur bei Coelomaten

-    in jeder Coelomkammer, fehlen nur in den ersten drei und den letzten Segmenten
-    rechts und links vom Darm
-    opake, in Querschlingen liegende Kanälchen
-    vom Peritonium überzogen
-    durch eine Peritonealfalte an der vorderen Dissepimentwand befestigt
-    = Segmentalorgane

Wo liegt das Nephrostom?

-    = Wimperntrichter
-    Beginn Nephridium, aber 1 Segment vor dazugehörigen Exkretionskanälchen
-    sehr klein und flach
-    Darm und ventraler Leibeshöhlenbegrenzung
-    münden in das Coelom

Beachten Sie die Gefäßversorgung des Nephridialkanals! Welche Bedeutung hat dies?

-    starke Gefäßbildung - Blutversorgung
-    Abscheidung von Endprodukten des Proteinstoffwechsels (NH3)
-    Osmoseregulation
-    Rückresorption von verwertbaren organischen Verbindungen und von Wasser
? Bildung Sekundärharn

Nach welchen Funktionsprinzipien arbeiten Metanephridien und was scheiden sie aus?

-    Filtrations-Resorptions-Niere
-    Funktion: Primärharnbildung
•    Flüssigkeit durch Ultrafiltration in Coelom
•    Treibende Kraft = hydrostatischer Druck des Blutgefäß an der Coelomwand
•    Entzug der Salze durch aktiven Transport im Nephridialkanal

Metanephridien kann man herauspräparieren und mikroskopieren (Nematoden als Parasiten im Kanal).


Bauchmark

-    Teil des Nervensystems
 
Beachten Sie die paarigen gangliösen Anschwellungen pro Segment! Welche Bedeutung haben diese Abschnitte?

-    Ausgangspunkt für die 3 Nervenäste, die dann weiter verzweigen
-    die von den Sinneszellen eines Segments einlaufenden Erregungen auf die Motoneuronen desselben Segments werden geschaltet ? Reaktionsapparat (mit Sinneszellen und Muskeln)
 
Gibt es segmentale Seitennerven? Erläutern Sie deren Funktion!

-    ja
-    querverlaufende Nerven (Commissuren)
-    paarigen Ganglien werden durch sie verbunden

Welche Position hat das Gehirn und welche Nerven gehen von ihm aus?

-    Cerebralganglion:
•    dorsal
•    3. Segment
•    paarig
-    nach vorn: 2 starke Nervenpaare ? Versorgung Sinnesorgane Prostomiums

Epidermis

Welche Zellarten sind unterscheidbar?

-    einschichtig

-    prismatische, schmale Zellen
-    Drüsenzellen – mit Eosin gefärbt ? blau, rot
-    Sinneszellen (schwer erkennbar)
-    Borstenbildende Zellen

Welche Bedeutung haben Hautdrüsensekrete?

-    Zelle: bauchige Form (blau gefärbte Zellen)
-    schleimiges Sekret = Schreckstoff
-    enthält Amylase und Proteasen ? Verdauung von Kohelnhydraten und Eiweißen

-    Drüsenzellen: eiweißreiche Sekrete (rot gefärbte Zellen) = Kokonwandbildung (Eier), Nährflüssigkeit in den Kokons, Wohnröhren

Sind Cuticula und Basalmebran vorhanden? Woraus bestehen sie?

-    feine Basalmembran
•    unterhalb der Epidermis
-    Cuticula:
•    überzieht Epidermis
•    von Epidermis ausgeschieden
•    irisierend
•    kollagenhaltig

Ist die Epidermis ein mehrschichtiges Epithel?

-    einschichtiges Epithel

Hautmuskelschlauch

Liegt die Ringmuskulatur außen oder innen?

-    äußere Schicht
-    einzeln in ein lockeres Bindegewebe eingelassen
-    Kerne gut erkennbar

Suchen Sie nach kapillaren Blutgefäßen in der Ringmuskulatur! Welche Bedeutung hat die intensive Blutversorgung dieser Schicht?

-    Atmung durch die Haut ? Aufnahme der Atemluft in das Blutgefäßsystem ? O2 bindet sich an Hämoglobin
-    je besser Durchblutung, desto mehr Sauerstoff kann aufgenommen werden
-    kapillare Gefäße in der Körperwand

Die Längsmuskelzellen sind radial angeordnet an der Innenseite von schmalen, aus Bindegewebe bestehenden Fächern. Welche Form haben die Zellen und wo liegen Kern und Myofibrillen?

-    innerhalb schmaler, durch zarte Bindegewebssepten getrennte Fächer
-    zweireihig angeordnet
-    schrägegestreifte Muskultur

Welche Schicht überzieht die Innenseite der Längsmuskulatur?

-    Coelothel
-    flaches Epithel, gut erkennbar
-    umhüllt auch die in der Leibeshöhle liegenden Organe

Bauchmark

Unterscheiden Sie: Neuropilem, Ganglienzellen, Kolossalfasern!

-    Neuropilem:
•    faseriges Geflecht
•    feine Axonverzweigungen und Dentriten (synaptische Verschlaltungen)
-    Ganglienzellen:
•    in jedem Segment 1 Paar
•    = Nervenknoten
-    Kolossalfasern:
•    „Riesenfasern“
•    Vergrößerung einiger Axone oder Verschmelzung einiger Axone
•    in der Längsachse

Kommen Kolossalfasern auch im Neuropilem vor?


Welche allgemeine Bedeutung haben Kolossalfasern?

-    Leitung der Erregung, die für den Zuckreflex verantwortlich ist
-    Leitungsgeschwindigkeit viel höher als in Axonen

Sind segmentale Nerven zu sehen? Welche Organe innervieren sie?


Beachten Sie: Das Bauchmark wird umgeben von Gefäßen, Muskelschicht, Coelomepithel.


Mitteldarm

Im dorsalen Epithel (Typhlosolisbereich) sollen Resorptions- und Drüsenzellen vorkommen, im ventralen nur Resorptionszellen. Stimmt das?


Was bildet die luminale Begrenzung des Epithels?

-    luminal = Leuchtend
-    Cuticula liegt außen, ist meist irisierend (= Regenbogenfarben schimmernd)

Bringen Sie in die richtige Reihenfolge (von innen nach außen): Darmblutsinus, Darmepithel, Ringmuskulatur, Chloragoggewebe, Längsmuskulatur, Basalmembran!

Darmepithel – Darmblutsinus – Ringmuskulatur – Längsmuskulatur – Chloragoggewebe – Basalmembran
S. 183

Fehlen Coelomzellen auf der Darmwand?

-    Coelomepithel umzieht außen den Darm
-    zu Chloragoggewebe umgebildet

Welche Bedeutung haben Chloragozellen?

-    Speicherung von Fetten
-    Synthese Glykogen
-    Proteinabbau
-    Bildung von Harnsäure und Harnstoff
-    beteiligt am Eisenstoffwechsel
-    enthält Ferrit und Hämoglobin
? „Leber“

Gefäße

Wo liegen: Rücken-, Bauch-, Subneuralgefäß?

-    Bauchgefäß:
•    ventral in der Leibeshöhle
•    unterhalb des Darm
•    verläuft längs im Körper
-    Rückengefäß:
•    dorsal in der Leibeshöhle
•    über dem Darm gelegen
•    verläuft längs im Körper, schließt an das Herz an
-    Subneuralgefäß:
•    unter dem Bauchmark
•    verläuft längs im Körper

Welche Organe versorgen diese Gefäße und welche Richtung hat der Blutstrom in ihnen?

-    Bauchgefäß:
•    Blutstrom: von vorne nach hinten
•    Organe:
-    Rückengefäß:
•    Blutstrom: von hinten nach vorn
•    Organe:
-    Subneuralgefäß:
•    Blutstrom: von vorne nach hinten
•    Organe: Hautmuskelschlauch, Nephridien, Gonaden
-    Organe; versorgen LaterLherzen, Oesophagus, Darm

Enthält das Blut respiratorischen Farbstoff?

-    ja

-    Haemoglobin
-    Chlorocruorin („Grünes Blut“)
-    Haemerythrin

Haben die Gefäße ein Endothel?


Metanephridien

Kommen Anschnitte durch den Nephridialkanal (evtl. durch das Nephrostom) vor?

-    Kanäle die vom Nephridium durchbrechen das Dissipiment

Umhüllt werden die Kanäle von: Muskelzellen, Mantelzellen, Gefäßen, Coelomzellen (gelegentlich parasitische Nematoden im Kanalepithel).
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