Erster Arbeitstag !

Veröffentlicht auf von Ray Munchies

26.Juli.2009

Moan die Zeit fliegt. Und mein Tag beginnt um 9 a.m. Ich habe mal wieder total schlecht geschlafen. Mh ich werde wohl anfangen müssen mich auch nachmittags hin zu legen, damit zu meiner täglichen Dosis Schlaf komme. Nun denn. Ich bin zu meiner Arbeit, so wie es mir am Tag zuvor beschrieben wurde. Das „Labor“ ist eigentlich kein Labor. Es sind eher 3 Arbeitsräume in der 4ten Etage eines Mehrstöckigen Gebäudes. Ein Flur, eine Abstellkammer mit PC und eine andere Abstellkammer mit 3 PCs und einem Waschbecken und dann gibt es noch ein ominöses Büro in dem mein Chef angeblich arbeitet. Im Moment ist er irgendwo bei einem Intensivkurs für Arabisch. Mh was man damit wohl macht aber gut. Im Keller besitzt die Arbeitsgruppe auch 5 Räume (mehr hab ich bis jetzt noch nicht gesehen) In diesen halten sie Chamäleons. Putzige kleine Tiere. Ich habe bis jetzt noch nicht herausgefunden was sie mit ihnen vor haben aber es wird schon seine Richtigkeit haben. In einem anderen Raum befindet sich eine Unmenge an Schalen, in denen Mehlkäfer verschiedener Generationen gehalten werden. Die Larven dienen den Chamäleons als Nahrungsgrundlage. Lecker Lecker.

Als wir unseren Rundgang beendet haben sind wir los um ein paar organisatorische Sachen für mich zu klären- INTERNET. In meinem Zimmer gibt es zwar eine Leitung, aber ich bin nicht in der Lage irgendwie in das *?#?)(§% Netz zu kommen. Es ist mal gar nicht so einfach. Heute haben wir es nur geschafft mir ein Zugang zum Universitäts- W LAN zu besorgen. Nützt aber reichlich wenig. Ich hab Internet im Labor und ich geh doch garantiert nicht in die Hitze um dort mit meinem Laptop zu surfen :D Ohne mich hehe.

Nun ja gegen 11 sind wir mit dem Auto losgefahren. Richtung Süden. Zu einer Außenstelle der Arbeitsgruppe wo eine gewisse Daphie arbeitet. Unterwegs haben wir eine Menge Slams gesehen und Yeal hat mir die Sache erklärt.

Bei den Slams, die hauptsächlich aus Wellblech und irgendwelchem Holz bestanden, handelt es sich um Behausungen von Beduinen. Diese haben von jeher einen Anspruch auf einen Teil des Landes von Israel. Das Problem ist jetzt, dass Israel selbst ein sehr kleiner Staat ist, von der Fläche her gesehen. Die Regierung erkennt zwar an, dass den Beduinen Land zusteht, aber nicht so viel, wie diese gerne hätten. Es gibt auf dieser Ebene bis heute keine Lösung. Da die Beduinen nun aber nicht in die Städte und Dörfer der Regierung wollen haben sich selbst illegale Siedlungen errichtet. Eben diese Slams von denen ich sprach. Daraus ergeben sich eine Menge Probleme, die der Regierung womöglich bald auf den Fuß fallen dürften. Diese Siedlungen liegen meist sehr weit weg von den Städten in der Wüste. Viele der Beduinen betreiben Viehzucht um sich zu ernähren. Das Wasser bringen sie sich in großen Tankanhängern. Woher das Wasser selbst kommt ist nicht bekannt. Entweder sie kaufen es, oder sie stehlen es. Es gibt nur diese 2 Optionen. Ein weiteres Problem ist, dass durch die unkoordinierte Ansiedlung die Landschaft und das Landschaftsbild stark gestört werden. Es lag verbreitet relativ viel Müll an diesen Siedlungen, was auch verständlich ist, wo keine Müllabfuhr hinfährt, da wird es anderweitig entsorgt. Das nächste woran man denken muss sind die Kinder. Da Beduinen sehr religiöse Menschen sind schicken sie ihre Kinder nur in Beduinische Schulen oder eben gar nicht. Also arbeiten die Kinder in der Familie mit in der Viehzucht oder tun sonstwas. Es gibt einige bis mehrere Beduinen, die einer geregelten Arbeit nachgehen und tlw. auch Wissenschaftler. Die meisten verdienen ihr Geld auf eine andere sehr clevere Art und Weise. Die Religion der Beduinen erlaubt Polygamie. Das Ergebnis ist, dass die meisten Männer mehre Frauen und ca. 10 Kinder haben. Jetzt gib es ein sehr gutes Sozialsystem in Israel mit Krankenversicherung, Rente und natürlich auch Kindergeld. Dieses steigt exponentiell mit jedem Kind an. Das heißt, dass ein Familienvater mit 10 Kindern eine Menge Geld bekommt. Falls er noch arbeitet bzw. Viehzucht betreibt, reicht dieser Betrag zum Leben meist aus. Das letzte Problem ist, da sich viele Beduinen weigern in Städte zu ziehen werden von Staat einige Hilfsmittel gestrichen, sodass einige Familien auch in Armut leben. An dieser Stelle treten meist Staatsfeindliche Organisationen, wie Al Quaida und geben den Familien Geld, was wiederum dazu führt, dass die Beduinen ebenfalls mit Staatsfeindlicher Propaganda in Berührung kommen. Zusammen mit der mangelnden Schuldbildung kann sich jeder Denken was passiert.

So das zu den Beduinen .. hoffe das war auch alles -.- Es ist ziemlich kompliziert, wenn man nicht in der Materie steht. Aber gut irgendwann nach 1,5 Stunden Fahrt sind wir in XXXX angekommen. Hier hat Ben Gurion persönlich für mehrere Jahre gewohnt Wahnsinn oder ^^. Aber egal wir sind zu Forschung hergekommen. Aus der Uni haben wir 2 Chamäleons aus Käfighaltung mitgenommen. Daphie wollte mit ihnen ein Experiment durchführen. Dies sah wie folgt aus: Sie besaß bereits ein Chamäleon, welches einige Tage zuvor gefangen wurde. Auf einen Busch sollten eben dieses Frisch gefangene und eins, welches über mehrere Monate im Käfig war. Es sollte untersucht werden wie diese beiden in einem Begrenzten Habitat interagieren. Also ob sie sich feindselig benehmen usw. Wir setzten also die beiden Tierchen auf ein Gebüsch und beobachteten das Ganze… 1,5 Stunden lang… in der prallen Mittagssonne.. das war fast noch sinnloser als mein Sonntagsspaziergang. Hab ich geschwitzt. Ich hatte zwar eine Unmenge an Wasser in mich hinein gekippt, aber trotzdem schien das zu wenig gewesen zu sein. Ich war diesen Tag nicht einmal auf der Toilette -.- Nur für die, die es interessiert ^^. Aber zurück zu den Tieren. Diese ignorierten sich komplett. Es wurde notiert wann sie sich bewegen und wann nicht. Also ob es synchronisierte Bewegung gab, aber soweit ich das beurteilen kann haben sie sich einfach ignoriert. Das zweite Experiment gab es nach dem Mittagessen. Wir haben unsere 2 Chamäleons verpackt und das 2te aus dem Labor auf den Busch gesetzt. Und selbst erst einmal etwas gegessen. Es gab diverse Pasteten, Chumos (Kichererbsenpüree) sehr lecker !, Tomaten und Ziegenkäse. Es war ein sehr leckerer Mittagsimbiss J Nach dem Mittag ging es wie schon gesagt weiter. Diesmal kamen die beiden Laborchamäleons auf ein neues Gebüsch und es wurde die Interaktion beobachtet. Aber außer fressen und ein bisschen laufen hatten sie nicht wirklich Lust sich zu bewegen. Und es war warm. 38 Grad pfff, aber wir waren ja unter einem Netz, dass 30 % Schatten spendete. Es war ein irres Netz total super -.- hat gefühlt gar nichts gebracht Gnarf.

Auf dem Hin und Rückweg hab ich irgendwie die ganze Zeit gepennt und meinen Schlaf nachgeholt o.O Yael meinte auch ich hätte womöglich zu wenig getrunken und währe deswegen so müde… Kann sein -.- Es lässt sich eben schwer einschätzen. Es ist heiß, aber Durst hab ich keinen, also muss man sich das Wasser rein zwingen, was mir persönlich gar nicht behagt…

In meiner Wohnung hab ich mir den Sand abgeduscht und bin ins Bett gegangen, wo ich lustiger Weise gar nicht mehr schlafen konnte. Ich glaube es war um 2 als ich eingeschlafen bin.

Bis die Tage

Ray

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Veröffentlicht in Israel

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I
Jaja die Hitze, du Armer!
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